"Consumenta"-Bericht in der Fränkischen Landeszeitung am 23.10.2010

Metzgerei Herbert Weinmann, Bechhofen, ausgezeichnet
Sicherheitspreis der Fleischerei-Berufsgenossenschaft überreicht

Im Rahmen eines feierlichen Empfanges im Aus- und Fortbildungszentrum für Arbeits- und Gesundheitsschutz der Fleischerei-Berufsgenossenschaft - FBG - in Reinhardsbrunn/Thüringen wurde am 28. Oktober 2009 die Metzgerei Herbert Weinmann, Bechhofen, neben sechs weiteren Mitgliedsbetrieben der FBG ausgezeichnet. Sie erhielten den in diesem Jahr zum fünften Mal verliehenen FBG-Sicherheitspreis.

Die FBG - ihr Hauptsitz ist in Mainz - ist der gesetzliche Unfallversicherungsträger für alle handwerklichen und industriellen Betriebe der Fleischwirtschaft in Deutschland. Der Schutz umfasst 354.000 Versicherte in 17.800 Betrieben.
Ausgewählt wurden durch eine Jury fünf Fleischwaren produzierende Betriebe verschiedener Größenordnungen sowie zwei Schlachtbetriebe, die durch ihre Präventionsarbeit besonders nachhaltige Erfolge aufzuweisen hatten.

“Diese Betriebe sind in ihrer jeweiligen Betriebsgröße die Hitlistenführer und insofern Beispiel für praktizierten Arbeits- und Gesundheitsschutz für alle Mitbewerber.“ betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Eugen Nagel in seiner Ansprache. „Für uns steht im Vordergrund, dass die Anstrengungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Betrieben nachhaltig wirken und nicht nur ein Strohfeuer sind“, so Nagel weiter.

Für die Auswahl der Metzgerei Weinmann war entscheidend, dass der Betrieb für funktionierenden Arbeitsschutz mit dem Gütesiegel „Sicher mit System“ ausgezeichnet ist und außergewöhnlich gute Ergebnisse im Rabattverfahren erzielt wurden.
Im Arbeits- und Gesundheitsschutz sieht das Ehepaar Weinmann einen Wettbewerbsvorteil, der dazu beiträgt, die Existenz des Betriebes zu sichern. Durch das Arbeitsschutzmanagementsystem werden die Mitarbeiter besonders eng in das Unternehmen und seine Abläufe eingebunden und in ihrer Verantwortung gestärkt. Mitarbeiter beteiligten sich erfolgreich am Azubi-Preis Haut und am erstmals verliehenen FBG-Versichertenpreis.
Die Metzgerei Weinmann erhielt nach 2006 bereits zum zweiten Mal den FBG-Sicherheitspreis.

Nagel dankte Marianne und Herbert Weinmann für ihr Vorbild gegenüber anderen Unternehmen.
Zusammen mit dem alternierenden Vorsitzenden des Vorstandes, Jörg Brettschneider, überreichte er die Urkunde
und einen Scheck über 5.000,-- Euro.

 

Auszeichnung für mehr Sicherheit
Acht Metzgereibetriebe erhielten OHRIS-Zertifikat

Obwohl der Arbeitsschutz in Deutschland ein hohes Niveau erreicht hat, ereignet sich dennoch alle 25 Sekunden in unserem Land ein Arbeitsunfall, der mehr als drei Tage Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht. In der gewerblichen Wirtschaft werden jährlich rund 1,1 Mio. Arbeits- und Wegeunfälle registriert, davon allein 533 Todesfälle im Jahr 2008. Die Folgen für die Wirtschaft sind immens: Neben dem gesundheitlichen Schaden für die Mitarbeiter entstehen den Betrieben zusätzliche Kosten wie etwa für den Ersatz beschädigter Geräte, Stillstand von Maschinen und Anlagen, Ausfallzeiten von Beschäftigten oder die Einstellung und Einarbeitung einer qualifizierten Ersatzkraft. Aus diesem Grund hat das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen zusammen mit der Wirtschaft und der bayerischen Gewerbeaufsicht das System OHRIS (Occupational Health- and Risk-Managementsystem) entwickelt. Dieses Managementsystem für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit erlaubt es großen und kleinen Unternehmen gleichermaßen systematisch mögliche Ursachen für Störungen in der Produktion sowie Mängel in der Ablauforganisation und in Verfahrensanleitungen zu entdecken und abzustellen.Förderung für kleinere Betriebe

Alle teilnehmenden Betriebe werden kostenlos durch die Gewerbeaufsicht zertifiziert. Um kleineren und mittleren bayerischen Betriebe mit zehn bis 250 Beschäftigten zur Einführung des Arbeitsschutzmanagements zu ermutigen, stellt der Freistaat Bayern auch im Jahr 2009 wieder Fördergelder zur Verfügung. So können Unternehmen Zuschüsse von jeweils 5.000 Euro erhalten, wenn sie das Arbeitsschutzmanagementsystem OHRIS eingeführt haben und dadurch die Sicherheit und der Gesundheitsschutz im Betrieb nachhaltig verbessert wurde.
Eigenverantwortung gefragt

Zu denen, die OHRIS bereits erfolgreich umgesetzt haben, gehören acht mittelfränkische Metzgereien. Sie wurden Ende September von Dr. Eugen Ehmann, Vizepräsident der Regierung von Mittelfranken, mit dem OHRIS-Zertifikat ausgezeichnet. Während die Firmen Niedermeier (Aurach), Partyservice Wahler (Nürnberg) und Hartmann (Neunkirchen am Sand) das Arbeitsschutzmanagementsystem OHRIS neu eingeführt haben, wurde bei den Firmen Weinmann (Bechhofen), Klenk (Oberdachstetten), Freyberger (Nürnberg), Fruth (Nürnberg) und Meyer (Nürnberg) die Anerkennung um weitere drei Jahre verlängert. Das Projekt wurde von den Metzgereien, der Fleischerei-Berufsgenossenschaft, der Handwerkskammer für Mittelfranken und dem Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Mittelfranken gemeinsam durchgeführt. „Die acht Metzgereibetriebe gehören in Mittelfranken jetzt zu einem Kreis von 47 Unternehmen, die mit der Einführung des neuen Arbeitsschutzmanagementsystems OHRIS ein wirkungsvolles und innovatives Instrument zur Verbesserung des Arbeitsschutzes und der Anlagensicherheit am Arbeitsplatz besitzen“, so Dr. Ehmann. Er begrüßte auch, dass mit OHRIS ein Paradigmenwechsel im Arbeitsschutz stattfindet: „Weniger staatliche Kontrolle, mehr Eigenverantwortung."

Freuten sich über die Zertifizierung: Renate und Albert Niedermeier, Marianne und Herbert Weinmann, Hermann Klenk, Herbert Wahler, der Leiter der Prüf- und Zertifizierungsstelle der Fleischerei-Berufsgenossenschaft Dipl.-Ing. Henning Krüger, Regierungsvizepräsident Dr. Eugen Ehmann, Sven Freyberger, Sieglinde und Gerhard Hartmann, Gerhard Meyer und Hans Fruth (v.li.)
Foto: HWK

 


 
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